Fische in deutschen Seen: 15 Arten, Lebensräume & Angeltipps

Wer schon mal am Ufer des Chiemsees oder der Müritz gestanden hat, kennt das Gefühl: Unter der Wasseroberfläche verbirgt sich eine faszinierende Welt. Fische in deutschen Seen sind weit vielfältiger, als die meisten Angler vermuten. In Deutschland leben insgesamt etwa 113 Süßwasserfischarten, aber typische Seen beherbergen deutlich weniger, z. B. rund 30 Arten im Bodensee.

Dabei unterscheiden sich die Fischbestände je nach Region erheblich. Was im bayerischen Alpenvorland gedeiht, findet man nicht zwangsläufig in mecklenburgischen Gewässern. Die Wassertemperatur, der Sauerstoffgehalt und die Gewässertiefe bestimmen, welche Arten sich ansiedeln. Doch diese scheinbar simple Regel hat ihre Tücken: Ein warmer Sommer kann die gewohnten Verteilungsmuster durcheinanderwirbeln.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Deutsche Seen beherbergen je nach Gewässer 20-50 heimische Fischarten, nicht pauschal über 60.
  • Lebensräume variieren stark: Tiefwasserzonen, Uferbereiche und Freiwasserzonen
  • Angeln erfordert gültigen Angelschein und Gewässererlaubnis
  • Viele Arten sind gefährdet und stehen unter besonderem Schutz

In deutschen Seen leben typischerweise 20-50 Fischarten, abhängig vom Gewässer. Die Artenvielfalt hängt von Wasserqualität, Tiefe und regionalen Bedingungen ab. Kaltwasserarten wie Saiblinge bevorzugen tiefe Alpenseen, während Warmwasserarten in flacheren Gewässern gedeihen.

Aber Vorsicht vor pauschalen Aussagen.

Mancher Baggersee überrascht mit Artenzusammensetzungen, die jeder Theorie widersprechen. Hier leben Fische in deutschen Seen unter Bedingungen, die Biologen noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätten.

Artenvielfalt und typische Merkmale

Die Fischfauna deutscher Seen ist das Ergebnis jahrtausendealter Entwicklung. Nach der letzten Eiszeit besiedelten verschiedene Arten die neu entstandenen Gewässer. Heute finden wir eine Mischung aus ursprünglich heimischen Arten und solchen, die der Mensch eingeführt hat. Diese Geschichte erklärt, warum manche Gewässer wie lebende Museen wirken, während andere von Neubürgern dominiert werden.

Interessant wird es bei den Reliktvorkommen. In einigen tiefen Alpenseen haben sich Populationen erhalten, die seit der Eiszeit isoliert sind. Diese Fische zeigen oft Besonderheiten, die sie von ihren Verwandten in anderen Gewässern unterscheiden. Genetische Studien offenbaren faszinierende Verwandtschaftsverhältnisse quer durch Europa.

Übersicht der häufigsten Fischarten

Die Raubfische dominieren oft die Aufmerksamkeit der Angler. Zu Recht: Ihre Präsenz strukturiert ganze Ökosysteme. Ein Gewässer ohne Hechte entwickelt völlig andere Fischgemeinschaften als eines mit stabilen Raubfischbeständen.

  • Hecht: Der Apex-Räuber deutscher Seen, erkennbar an der langgestreckten Schnauze
  • Zander: Nachtaktiver Jäger mit charakteristischen Fangzähnen
  • Barsch: Geselliger Schwarmfisch mit markanten Stachelstrahlen
  • Wels: Größter heimischer Süßwasserfisch, kann bis zu 3 Meter erreichen

Bei den Friedfischen zeigt sich die wahre Vielfalt. Sie bilden das Fundament der Nahrungspyramide und bestimmen durch ihre Fraßtätigkeit die Wasserqualität mit. Übersehen werden oft die kleineren Arten, die in Millionen von Exemplaren die Gewässer bevölkern.

  • Karpfen: Ursprünglich aus Asien, heute fest etabliert
  • Schleie: Liebt verkrautete Uferzonen
  • Brachse: Wichtiger Bestandteil der Nahrungskette
  • Rotfeder: Oft mit Rotauge verwechselt
  • Güster: Bildet große Schwärme im Freiwasser
Großer Hecht versteckt sich zwischen Krautbetten in deutschem See
Fiktives Bild – Charakteristischer Raubfisch in typischem Seehabitat

Typische Merkmale und Bestimmungshilfen

Fische sicher zu bestimmen erfordert Übung. Die Körperform gibt erste Hinweise: Raubfische haben meist einen torpedoförmigen Körper, Friedfische sind seitlich abgeflacht. Die Maulstellung verrät die Ernährungsweise. Ein oberständiges Maul deutet auf Oberflächenfresser hin, ein unterständiges auf Bodenbewohner. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Manche Grundfische haben endständige Mäuler, weil sie ihre Nahrung aus dem Sediment sieben.

Die Flossenformel ist für Experten entscheidend. Zander haben zwei getrennte Rückenflossen, Barsche eine durchgehende mit Kerbe. Die Anzahl der Flossenstrahlen hilft bei der genauen Artbestimmung. Allerdings variieren diese Werte innerhalb gewisser Grenzen, und Verletzungen können das Bild verfälschen.

Farbgebung kann täuschen. Viele Fische passen sich ihrer Umgebung an. Ein Hecht im Krautbett zeigt andere Farben als einer über Sandgrund. Verlässlicher sind anatomische Merkmale wie die Schuppenanzahl entlang der Seitenlinie. Diese bleibt konstant, auch wenn der Fisch sein Aussehen verändert.

Moderne DNA-Barcoding-Verfahren revolutionieren die Artbestimmung. Was früher Experten vorbehalten war, wird durch genetische Analysen eindeutig klärbar. Besonders bei Hybriden und schwer unterscheidbaren Arten bringen solche Methoden Klarheit.

Lebensraum und Verbreitung

Nicht jeder Fisch lebt überall. Die ökologischen Ansprüche variieren stark zwischen den Arten. Diese Spezialisierung erklärt, warum manche Seen artenreich sind, andere dagegen nur wenige Spezies beherbergen. Doch die Grenzen sind fließender, als Lehrbücher suggerieren.

Überraschungen sind häufig. Ein nährstoffarmer Gebirgssee beherbergt plötzlich Karpfen, ein flacher Tümpel entwickelt eine stabile Zanderpopulation. Fische in deutschen Seen folgen nicht immer den Regeln, die wir ihnen zuschreiben. Klimawandel und menschliche Eingriffe schaffen neue Realitäten.

Typische Lebensräume und ökologische Bedingungen

Deutsche Seen lassen sich grob in drei Lebensraumtypen unterteilen. Die Uferzone mit ihrer reichen Vegetation bietet Schutz für Jungfische und Nahrung für Pflanzenfresser. Hier leben Schleie, junge Hechte und verschiedene Weißfischarten. Die Wassertiefe variiert zwischen wenigen Zentimetern und mehreren Metern, Temperatur und Sauerstoffgehalt schwanken täglich.

Das Freiwasser ist Domäne der Schwarmfische. Maränen und Felchen filtrieren hier Plankton aus dem Wasser. Räuber wie Zander folgen ihren Beutefischen in diese Zone. Die Bedingungen sind stabiler als in Ufernähe, aber auch karger. Nur spezialisierte Arten können hier dauerhaft überleben.

Die Tiefenzone bleibt vielen Anglern verschlossen. Hier leben kälteliebende Arten wie Saiblinge und große Welse. Die Sauerstoffverhältnisse entscheiden, ob diese Bereiche überhaupt besiedelt werden können. In eutrophen Gewässern entstehen oft sauerstofffreie Zonen, die nur wenige Spezialisten tolerieren.

Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt sind limitierende Faktoren. Forellen brauchen kaltes, sauerstoffreiches Wasser. Karpfen verkraften auch warme, sauerstoffarme Bedingungen. Diese Unterschiede erklären die regionale Verteilung der Arten, werden aber durch technische Eingriffe wie Belüftungsanlagen zunehmend verwischt.

Regionale Verbreitung und Vorkommen

Norddeutsche Seen sind oft flach und nährstoffreich. Hier dominieren Hecht, Zander und Weißfische. Die Mecklenburgische Seenplatte bietet ideale Bedingungen für Raubfische. Endlos scheinende Schilfgürtel und ausgedehnte Krautfelder schaffen perfekte Jagdreviere. Die glaziale Entstehung dieser Gewässer prägt bis heute ihre Fischfauna.

Süddeutsche Gewässer zeigen andere Muster. Die tiefen Alpenseen beherbergen Kaltwasserarten wie Seeforelle und Seesaibling. Der Bodensee ist berühmt für seine Felchenfischerei, aber auch hier wandeln sich die Bestände. Klimawandel und Nährstoffrückgang verändern jahrhundertealte Gleichgewichte.

Mittelgebirgsregionen liegen dazwischen. Ihre Seen sind oft mesotroph und bieten ausgewogene Fischgemeinschaften. Hier leben Fische in deutschen Seen in besonders stabilen Populationen. Talsperren und Stauseen schaffen allerdings künstliche Bedingungen, die natürliche Muster überlagern.

Der Klimawandel verschiebt diese Grenzen. Wärmeliebende Arten wandern nach Norden, Kaltwasserarten ziehen sich in tiefere Schichten zurück. Diese Veränderungen beeinflussen die Fischerei nachhaltig. Was gestern noch funktionierte, kann morgen bereits Geschichte sein.

Angeln: Tipps und rechtliche Hinweise

Angeln ist mehr als nur Fische fangen. Es verbindet uns mit der Natur und lehrt Geduld. Doch wer Fische in deutschen Seen beangeln möchte, muss sich an klare Regeln halten. Diese Vorschriften sind nicht Schikane, sondern Schutz für die Bestände.

Die rechtliche Lage ist komplex. Jedes Bundesland hat eigene Gesetze, oft ergänzt durch örtliche Verordnungen. Was in Bayern erlaubt ist, kann in Schleswig-Holstein verboten sein. Unwissen schützt vor Strafe nicht, und die Bußgelder sind empfindlich.

Beste Angelplätze und saisonale Empfehlungen

Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten. Im Frühjahr sammeln sich Fische in flacheren Bereichen. Die Wassertemperatur steigt hier zuerst, Nahrung wird aktiv. Schilfkanten und Krautfelder sind jetzt Top-Spots. Doch Vorsicht: Viele Arten haben Schonzeiten während der Laichzeit.

Der Sommer treibt viele Arten in die Tiefe. Frühe Morgenstunden und späte Abende bringen die besten Erfolge. Thermokline werden zu unsichtbaren Barrieren, die das Verhalten der Fische bestimmen. Echolote helfen beim Auffinden dieser Sprungschichten, aber auch ohne Technik lassen sich Erfolg versprechende Bereiche lokalisieren.

Herbst bedeutet Fressrausch. Die Fische bereiten sich auf den Winter vor. Jetzt sind auch große Exemplare aktiv. Spinner und Wobbler laufen heiß. Die Vegetation stirbt ab, und Fische konzentrieren sich auf die verbleibenden Strukturen.

Winter erfordert Finesse. Nur wenige Seen erlauben Eisangeln, die meisten Fische sind träge. Wer jetzt erfolgreich sein will, fischt langsam und geduldig. Kleine Köder und feine Montagen sind Pflicht.

Wettereinflüsse verstärken saisonale Muster. Ein plötzlicher Kälteeinbruch kann alle Pläne durchkreuzen, ein warmer Herbsttag die Fische noch einmal aktivieren. Erfolgreiche Angler beobachten nicht nur das Wasser, sondern auch den Himmel.

Angelbestimmungen und Angelschein-Voraussetzungen

Ohne gültigen Fischereischein geht nichts. Jedes Bundesland hat eigene Prüfungsordnungen, aber alle verlangen theoretische und praktische Kenntnisse. Die Investition lohnt sich: Ein Angelschein gilt meist lebenslang. Die Prüfung umfasst Fischkunde, Gewässerökologie, Rechtskunde und Gerätekunde.

Zusätzlich braucht jeder Angler eine Gewässererlaubnis. Manche Seen sind verpachtet, andere gehören Vereinen. Preise variieren von wenigen Euro für einen Tageskarte bis zu mehreren hundert Euro für Jahreskarten an Topgewässern. Die teuersten Gewässer sind nicht automatisch die besten, aber oft die am besten gehegten.

Schonzeiten schützen die Fortpflanzung. Hechte sind während der Laichzeit tabu, Zander haben regionale Schonmaße. Wer sich nicht informiert, riskiert empfindliche Bußgelder. Ein Maßband gehört zur Grundausstattung jedes Anglers.

Das Nachtangelverbot gilt nicht überall gleich. Manche Gewässer erlauben 24-Stunden-Fischerei, andere verbieten das Angeln nach Sonnenuntergang. Die örtlichen Bestimmungen entscheiden. Karpfenangler sind besonders betroffen, da ihre Zielfische oft nachtaktiv sind.

Köderverbote variieren regional. Lebende Köderfische sind vielerorts untersagt, Drilling-Haken an bestimmten Gewässern verboten. Kunstköder unterliegen weniger Beschränkungen, aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Schutzstatus und Naturschutzmaßnahmen

Viele Fische in deutschen Seen stehen unter Druck. Lebensraumverlust, Verschmutzung und Klimawandel setzen den Populationen zu. Ohne aktiven Schutz würden manche Arten verschwinden. Die Erfolge sind gemischt: Einige Arten erholen sich, andere verschwinden trotz aller Bemühungen.

Naturschutz und Angelfischerei stehen oft im Konflikt. Angler wollen fischen, Naturschützer wollen schützen. Dabei haben beide Seiten ähnliche Ziele: gesunde Gewässer mit stabilen Fischbeständen. Die Herausforderung liegt im Detail.

Gefährdete Arten und Schutzgebiete

Die Rote Liste führt bedrohte Fischarten auf. Maränen gelten in vielen Regionen als gefährdet, Seesaiblinge sind stellenweise bereits ausgestorben. Äschen haben in den letzten Jahrzehnten dramatische Bestandseinbrüche erlitten. Die Ursachen sind vielfältig: Gewässerverbauung, Klimawandel, Krankheiten.

Schutzgebiete sollen kritische Lebensräume erhalten. Nationalparks wie die Müritz oder der Bayerische Wald schützen ganze Ökosysteme. Hier können sich Fischpopulationen ohne menschlichen Eingriff entwickeln. Doch auch Schutzgebiete sind nicht frei von Problemen: Luftverschmutzung, saurer Regen und invasive Arten machen vor Parkgrenzen nicht halt.

Besonders Laichplätze stehen im Fokus. Viele Arten brauchen spezielle Substrate für die Fortpflanzung. Kiesige Zuflüsse für Forellen, Krautbetten für Hechte. Werden diese Bereiche zerstört, bricht die Reproduktion zusammen. Renaturierungsprojekte versuchen, verlorene Strukturen wiederherzustellen.

Artenschutzprogramme und Naturschutzmaßnahmen

Besatzmaßnahmen sollen schwache Bestände stützen. Fischzuchten produzieren Millionen Jungfische für deutsche Gewässer. Doch Besatz ist umstritten: Genetische Verarmung und Konkurrenz zu wilden Stämmen sind mögliche Folgen. Moderne Zuchtprogramme berücksichtigen genetische Vielfalt, aber die Umsetzung ist schwierig.

Moderne Gewässerrenaturierung setzt auf natürliche Prozesse. Totholz wird wieder eingebracht, Ufer werden entbefestigt. Solche Maßnahmen schaffen Lebensraum für Fische in deutschen Seen und andere Wasserbewohner. Die Erfolge sind oft erst nach Jahren sichtbar, aber dann nachhaltig.

Monitoring-Programme überwachen die Bestandsentwicklung. Elektrofischerei und Netzbefischungen liefern Daten über Artenzusammensetzung und Altersstruktur. Diese Informationen steuern Schutzmaßnahmen. Ohne wissenschaftliche Grundlage bleibt Naturschutz Stochern im Nebel.

Bürgerwissenschaft gewinnt an Bedeutung. Angler dokumentieren ihre Fänge, Taucher melden Sichtungen. Diese Daten ergänzen professionelle Erhebungen und verbessern das Bild über die Bestände.

Gesundheit und Umwelteinflüsse bei Seenfischen

Fische sind Indikatoren für Gewässerqualität. Kranke Bestände signalisieren ökologische Probleme. Gleichzeitig beeinflussen Umweltveränderungen das Verhalten und die Verbreitung der Arten. Diese Zusammenhänge zu verstehen hilft beim Gewässerschutz.

Umweltgifte reichern sich in der Nahrungskette an. Was in geringen Konzentrationen harmlos scheint, kann in Raubfischen kritische Werte erreichen. Besonders langlebige Arten wie Hechte oder Welse können hohe Schadstoffbelastungen aufweisen.

Häufige Fischkrankheiten und Symptome

Pilzinfektionen zeigen sich als weiße, wattige Beläge. Besonders gestresste Fische nach dem Transport oder bei schlechter Wasserqualität sind betroffen. Bakterielle Infektionen verursachen Geschwüre und Flossenfäule. Die Behandlung ist in freien Gewässern kaum möglich, deshalb steht Vorbeugung im Vordergrund.

Parasiten leben oft unbemerkt in den Fischen. Erst bei Massenvermehrung werden sie zum Problem. Ichthyophthirius überzieht die Haut mit weißen Pünktchen, Gyrodactylus schädigt Kiemen und Haut. Warme Winter begünstigen die Vermehrung vieler Parasiten.

Virale Erkrankungen wie die Frühjahrsvirämie können ganze Bestände vernichten. Besonders Karpfenartige sind gefährdet. Die Krankheit tritt oft nach Stressphasen auf, etwa nach Transport oder extremen Witterungsperioden.

Ernährung der Fische und Fütterungstipps

Natürliche Nahrungsketten sind komplex. Plankton ernährt kleine Fische, diese werden von Räubern gefressen. Künstliche Fütterung kann diese Balance stören und sollte unterbleiben. Dennoch füttern viele Besucher von Seen die Fische, oft mit ungeeignetem Brot.

Manche Angler füttern trotzdem an. Mais und Boilies locken Karpfen an, können aber Gewässer überdüngen. Maden und Würmer sind natürlicher, aber auch sie verändern lokale Nährstoffkreisläufe. Die rechtliche Lage zum Anfüttern variiert je nach Gewässer.

Überfütterung führt zu Wasserverschlechterung. Nicht gefressenes Futter verrottet und entzieht dem Wasser Sauerstoff. In extremen Fällen kann dies zu Fischsterben führen.

Auswirkungen von Klimawandel und Wasserqualität

Steigende Temperaturen verschieben Artengrenzen. Wärmeliebende Arten wie Wels breiten sich aus, Kaltwasserfische geraten unter Druck. Extreme Hitzeperioden können zu Fischsterben führen. Die Sommer 2018 und 2019 haben gezeigt, wie verwundbar unsere Gewässer sind.

Sauerstoffmangel wird häufiger. Warmes Wasser löst weniger Sauerstoff, gleichzeitig steigt der Verbrauch. Umkippende Gewässer sind die Folge. Technische Lösungen wie Belüftungsanlagen helfen, sind aber teuer und energieintensiv.

Mikroplastik reichert sich in der Nahrungskette an. Noch sind die Langzeitfolgen unklar, aber erste Studien zeigen Auswirkungen auf Fortpflanzung und Immunsystem der Fische. Besonders kleine Partikel können die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Medikamentenrückstände belasten viele Gewässer. Hormone aus der Pille können bei Fischen Geschlechtsumwandlungen auslösen. Antibiotika fördern resistente Bakterienstämme. Kläranlagen filtern diese Stoffe nur unvollständig heraus.

Angler praktiziert nachhaltiges Angeln an deutschem Seeufer mit Angelrute
Fiktives Bild – Verantwortungsvolle Angelfischerei in deutscher Seenlandschaft

Invasive Arten und ihre Auswirkungen

Neobiota verändern deutsche Gewässer. Manche Arten kommen als blinde Passagiere, andere werden bewusst eingesetzt. Die Auswirkungen sind oft erst nach Jahren sichtbar. Was zunächst harmlos erscheint, kann sich zur ökologischen Katastrophe entwickeln.

Die Schwarzmundgrundel erobert deutsche Flüsse und Seen. Ursprünglich im Schwarzen Meer beheimatet, gelangte sie über Ballastwasser nach Westeuropa. Ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit überrascht Wissenschaftler. In manchen Gewässern stellt sie bereits die häufigste Fischart dar.

Weniger bekannt, aber nicht minder problematisch ist die Kesslergrundel. Sie konkurriert mit heimischen Grundfischen um Nahrung und Lebensraum. Ihre hohe Reproduktionsrate gibt ihr Vorteile gegenüber einheimischen Arten.

Der Sonnenbarsch stammt aus Nordamerika und wurde bereits im 19. Jahrhundert eingeführt. In warmen Sommern vermehrt er sich explosionsartig und kann heimische Arten verdrängen. Besonders Jungfische anderer Arten leiden unter seinem Fraßdruck.

Zukunft der Seenfischerei

Wie sieht die Zukunft der Fische in deutschen Seen aus? Die Prognosen sind gemischt. Einerseits verbessert sich die Wasserqualität vieler Gewässer, andererseits schaffen Klimawandel und neue Belastungen andere Probleme.

Technische Innovationen bieten Chancen. Präzise Gewässerüberwachung durch Sensornetzwerke, genetische Methoden zur Artbestimmung, computergestützte Bestandsmodelle. Diese Werkzeuge können beim Schutz der Fischbestände helfen.

Die Rolle der Angler wandelt sich. Vom reinen Konsumenten zum Gewässerwart, vom Einzelkämpfer zum Citizen Scientist. Moderne Angelvereine engagieren sich im Naturschutz und bringen wertvolles Praxiswissen in wissenschaftliche Projekte ein.

Aquakultur gewinnt an Bedeutung. Sie kann den Druck auf wilde Bestände verringern und gefährdete Arten erhalten. Moderne Zuchtanlagen arbeiten nachhaltig und umweltschonend.

Häufig gestellte Fragen zu Fischen in deutschen Seen

Welche Fischarten leben in deutschen Seen?

In deutschen Seen leben typischerweise 20-50 Fischarten, abhängig vom Gewässer. Die Artenzusammensetzung variiert je nach Gewässertyp, Region und ökologischen Bedingungen. Tiefe Alpenseen beherbergen andere Arten als flache norddeutsche Gewässer.

Wie kann ich Fische in deutschen Seen sicher bestimmen?

Fische bestimmt man anhand von Körperform, Maulstellung, Flossenformel und Schuppenzahl. Raubfische haben torpedoförmige Körper, Friedfische sind seitlich abgeflacht. Ein Bestimmungsbuch oder eine App hilft bei der genauen Identifikation. DNA-Barcoding revolutioniert die Artbestimmung bei schwierigen Fällen.

Welche Maßnahmen schützen Fische in deutschen Seen?

Schutzmaßnahmen umfassen Schonzeiten, Mindestmaße, Schutzgebiete und Gewässerrenaturierung. Besatzprogramme stützen gefährdete Bestände, während Monitoring-Programme die Bestandsentwicklung überwachen. Moderne Ansätze setzen auf natürliche Prozesse statt technische Eingriffe.

Welche invasive Fischarten bedrohen deutsche Seen?

Invasive Arten wie Schwarzmundgrundel, Kesslergrundel und Sonnenbarsch verdrängen heimische Fische. Sie konkurrieren um Nahrung und Laichplätze. Klimawandel begünstigt die Ausbreitung wärmeliebender Neozoen. Früherkennung und schnelle Reaktion sind entscheidend für erfolgreiche Bekämpfung.

Wann ist die beste Zeit, um Fische in deutschen Seen zu beobachten?

Frühe Morgenstunden und späte Abendstunden sind ideal für Fischbeobachtungen. Im Frühjahr sammeln sich viele Arten in flacheren Uferbereichen. Klares Wasser und ruhige Bedingungen verbessern die Sichtbarkeit. Polarisationsbrillen reduzieren Spiegelungen an der Wasseroberfläche.

Die Vielfalt der Fische in deutschen Seen fasziniert jeden Naturfreund. Doch diese Artenvielfalt braucht unseren Schutz. Nachhaltiges Angeln mit Respekt vor Schonzeiten und Mindestmaßen ist ein erster Schritt. Wichtiger noch: das Verständnis für ökologische Zusammenhänge.

Jeder kann beitragen. Müll mitnehmen, auf Bleibeschwerung verzichten, Fischsterben melden. Kleine Gesten mit großer Wirkung.

Die Zukunft der Seenfischerei liegt in unseren Händen. Werden wir sie nutzen?

Quellenverzeichnis

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